Trendstudie von mm1 zu den wichtigsten Entwicklungen im Bereich der Vorsorge

Digitalisierung beeinflusst viele Sektoren stark. Regulatorische und technologische Entwicklungen verändern die Rahmenbedingungen im Vorsorgebereich. Um als Anbieter attraktiv zu sein, müssen sich Vorsorgedienstleister neu positionieren. In einer umfassenden Trendstudie von mm1 in Zusammenarbeit mit der PRIVOR Stiftung 3. Säule und REVOR Freizügigkeitsstiftung wurden die wichtigsten Entwicklungen im Bereich der Vorsorge analysiert.

1. Die private Vorsorge gewinnt laufend an Attraktivität.

Der Ausblick für den Gesamtmarkt der privaten Vorsorge ist vielversprechend. Stiftungen der 3. Säule profitieren vom demografischen Wandel und den Finanzierungsproblemen der AHV. Eine Kombination aus einer tiefen Geburtenrate und gleichzeitig steigender Lebenserwartung stellen ernste strukturelle Probleme für gesetzliche Vorsorgeinstitutionen dar. Die 3. Säule wird dadurch immer wichtiger und gewinnt stetig an Attraktivität. Diese Gründe bewegen einen Grossteil der erwerbstätigen Bevölkerung, ihre Altersvorsorge zu überdenken. Es liegt an privaten Vorsorgestiftungen, sich im Markt kompetitiv zu positionieren, um bereits die junge Zielgruppe korrekt zu addressieren.

2. Junge Neukunden konfrontieren Vorsorgeeinrichtungen mit neuen Anforderungen.

Die neue Zielgruppe der Jungsparer bringt neue Bedürfnisse und Erwartungen mit sich, welche effizient angegangen werden müssen, um schnell und nachhaltig Marktanteile zu gewinnen. Jahrelange digitale Nutzererfahrungen bei Apple, Facebook und anderen digitalen Dienstleistern werden auch auf die Vorsorgelösung projiziert. Der Jungsparer erwartet eine nutzerfreundliche, digitale und personalisierte Vorsorgelösung ,welche den Kunden ins Zentrum stellt. Vorsorgedienstleister müssen sich fragen wie sie eine transparente, informative und flexible Lösung für ihre Kunden anbieten.

3. Disruptive Technologien ermöglichen Effizienzgewinne sowie eine höhere Kundenzufriedenheit.

Automatisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz können hierbei einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Besonders Backendprozesse, die hohen Koordinationsaufwand und Zeitaufwand mit sich bringen, können automatisiert werden und zu grossen Kosteneinsparungen führen. Automatisierte Prozesse erhöhen zudem die Prozessgeschwindigkeit was sich positiv auf die Kundenzufriedenheit auswirkt. Echtzeit-Informationen zu laufenden Geschäftsfällen sowie der Vermögensentwicklung werden heute auch von einem Vorsorgedienstleister erwartet.

Des Weiteren müssen die Angebote von Vorsorgedienstleistern auf die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden. Daten werden, in diesem Prozess immer wichtiger. Insbesondere durch die Verwendung von Daten aus verschiedenen Quellen (Digital Profiling) können Kunden proaktiv Vorschläge für ihre Finanzplanung gemacht werden. Durch Individualisierung und Partnerschaften können Business-Ökosysteme (z.B. mit Versicherungen) designt werden um vielseitige Services und Informationen anzubieten

4. Der Vorsorgemarkt befindet sich im Umbruch. Zudem bilden Fintechs neuen Wettbewerb für etablierte Player.

Der gesamte Finanzmarkt ist durch einen starken Konsolidierungstrend gekennzeichnet, welcher die Marktkräfte auch im Vorsorgebereich nachhaltig verschiebt. Die Zahl der Pensionskassen ist seit 1978 um mehr als 80 % zurück gegangen, welches auf zahlreiche Unternehmensfusionen zurückzuführen ist. Eine zunehmende Komplexität, und die Regulierungslast der beruflichen Vorsorge sowie ein niedriges Zinsniveau machen das Konzept der Sammelstiftungen immer attraktiver. Sammelstiftungen bieten die Möglichkeit das Inseldasein der Vorsorgeeinrichtungen bezüglich IT- und Verwaltungssystemen zu beenden. Da die meisten Vorsorgeeinrichtungen unter hohem Kostendruck stehen und häufig zu klein sind um ihre IT-Systeme strategisch weiterzuentwickeln, bietet die gemeinsame Nutzung mit Wettbewerbern eine Möglichkeit Skaleneffekte zu erhöhen und Kosten zu senken. Technologien wie Automatisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz versprechen hierbei das grösste Potenzial für Kostenersparnisse. Innovative FinTechs nutzen diese Technologien bereits heute erfolgreich, um in der 2. und 3. Säule flexible, individualiserbare und digitale Wertschriftenlösungen anzubieten und schaffen somit kurze Prozesslaufzeiten und Transparenz bei niedrigen Gebührenstrukturen.

5. Vorsorgedienstleister müssen sich an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen, um langfristig im Markt zu bestehen.

Um sich effizient auf die neuen Rahmenbedingungen im Vorsorgebereich einzustellen, müssen Vorsorgeeinrichtungen ihr Angebot anpassen. Prozesse sollten digitalisiert werden, um Kosten zu senken und schnelle Abwicklungen für die neuen anspruchsvollen Digital Natives zu gewährleisten. Vorsorgelösungen, die kundenzentriert aufgebaut sind, bieten besonders grosses Potential den neuen Kundenstamm effektiv anzusprechen. Ein besonderes Augenmerk sollte zudem auf transparente und individualisierbare Produkte gelegt werden. Die Verwendung von neuen Technologien eröffnet die Chance, neue Geschäftsmodelle zu lancieren und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu generieren. Plattformsynergien könnten in Zukunft Wettbewerbsvorteile schaffen. Die Vorsorge befindet sich im Umbruch. Dies  eröffnet jedoch auch neue Chancen, sich am Markt zu repositionieren und mithilfe von innovativen Technologien attraktive Produkte für die kommende Generation zu generieren.

 

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